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Klarinettistin Sabine Grofmeier
Wenn eine Klarinette sich in ihre Einzelteile auflöst ...
Sabine Grofmeier spielt ihr Instrument munter und hochvirtuos weiter, als dieses schon viel „kleiner“ geworden ist. „Immer kleiner“ lautet auch der Titel einer musikalischen Miniatur von Adolf Schneider. Und alles, was Sabine Grofmeier mitten im Spiel immer weiter abschraubt, gibt sie vertrauensvoll in die Hände ihres Publikums in der ersten Reihe des Hertener Schlosskonzert- Saals. Selbst als sie auf kaum mehr noch als dem Mundstück selbst bläst, reicht dies immer noch für eine Zweiton-Folge, die das humoristische Stück Werk als Zugabe wie keine andere bei der Konzertmatinee beschließt. Diese witzige Einlage versinnbildlicht den programmatischen Überbau von Adolf Schreiners kleiner Komposition. Es geht um den abnehmenden Mond, also einen Vorgang des Dahinschwindens.
Sabine Grofmeier hatte in Herten viele Hintergründe zu den gespielten Werken erläutert. Aber die hohe Musizierkultur, die zwischen ihr und ihrer Partnerin am Flügel entstand, machte so vieles auch ohne Worte nachfühlbar. Etwa, wie bei Robert Schumanns Romanzen opus 94 eine Verfassung von Sehnsucht, aber auch Traurigkeit, die immer wieder von unruhigen Impulsen erschüttert wird. Nervös-suchende Rubato-Effekt durchkreuzen die ansonsten weich und geschmeidig dahinfließenden Kantilenen. Nicht immer gelingt das organische Ineinanderfließen der beiden Instrumente perfekt. So muten Tra Nguyens Crescendi zuweilen etwas hart an, werden dadurch nicht immer eins mit der weichen Strahlkraft von Sabine Grofmeiers Klarinettenspiel. Mehr in die Klassik verweisen Carl Maria von Webers Silvana Variationen. Dazwischen demonstriert Tra Nguyen ihr großes Potenzial in Sachen opulenter Virtuosität geht - eine Opern-Paraphrase von Franz Liszt kommt ihr da gerade recht. Doch schon bald darauf ist wieder eine kurzweilige, selten tiefschürfende, aber irgendwie auch zum Sommer passende Konversation angesagt.
