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Klarinettistin Sabine Grofmeier
Villa Denis: Workshop und Abschlusskonzert
Hinter dem klangvollen Namen „Musica en Vivo“ verbirgt sich die Musikakademie der Dozentin und Konzertklarinettistin Sabine Grofmeier, die ihren Lebensmittelpunkt vom Geburtsort Marl in Westfalen nach Mallorca verlegt hat. Dort bietet sie in einem Stadthaus mit Sonnenterasse und Meeresnähe Musikkurse für Hobbymusiker und Musikbegeisterte an. Zudem leitet Grofmeier das von ihr ins Leben gerufene Musikfestival Capdepera auf Mallorca.
Nach ihren Studien in Detmold, Graz und Saarbrücken im Fach Klarinette war sie Stipendiatin der Landesstiftung „Villa Musica“ und konzertierte so auch in der Villa Denis,dem Stiftungshaus der hiesigen Uni. Beim Abschlusskonzert ihres Workshops zeigte sie eine glückliche musikpädagogische Hand und bestätigte den Nachweis einer fundierten Ensemblearbeit: Die Kursteilnehmer (die jüngsten elf Jahre alt) bereitete sie in verschiedenen Ensembles und im intensiven Einzelunterricht auf das Konzert vor.
Dabei war es nicht einfach, die Besetzung aus Oboe, Querflöten und Klarinetten zur klanglichen Einheit zu führen. Dies schaffte sie mit pädagogischem Einfühlungsvermögen, ihrer sympathischen, aber immer fordernden Art auf Anhieb und zwar bei Kompositionen von Boismortier ebenso überzeugend wie bei Bizets „Farandole“ oder Elgars Festmarsch „Pomp and Circumstance“. Und am Ende begeisterte sogar ein Pop –Klassiker wie John Kanders „New York“.
Die zwei Querflötistinnen Annette Preugschat und Ruth Schmidt-Hieber stellten ihr erarbeitetes Können bei einem Duett von Quantz unter Beweis. Und der erst elfjährige Klarinettist Paul Herz ließ bei einem Ländler von Franz Schubert beste Voraussetzungen erkennen. Die Bremer Musikstudentin Jacqueline Jasmin Berge verlegte sich auf kantable Sätze wie das Adagio von Heinrich Baermann und ein Adagio von Ignaz Pleyel. Recht routiniert wirkte der erst 14-jährige Christian Parr mit einer Konzert-Fantasie von Heinrich Baermann. Der Mut, sich solistisch zu präsentieren, wurde bei der Flötistin Annette Preugschat belohnt: Die „Reverie“ von Debussy gelang ihr in angemessener Charakterisierung.
Auch bei den gelungenen Kostproben des ad hoc zusammengestellten Klarinettentrios (Ann-Katrin Trum, Christian Parr und Jacqueline Jasmin Berge) erwies sich die charmante Dozentin als eine Motivationskünstlerin.
