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Klarinettistin Sabine Grofmeier
Stargast aus Mallorca
Seit vierzehn Tagen begleitet die Klassische Philharmonie Bonn die fantastische Musikerin als Solistin. In diesem Rahmen spielt Frau Grofmeier das Klarinettenkonzert Nr. 2 in Es-Dur op. 74 von Carl Maria von Weber. ...
Anschließend führte Heribert Beissel Sabine Grofmeier auf die Bühne. Erwartungsvolle Stille breitete sich im Saal aus.
Der erste Satz beginnt im Allegro. Forsch, mit marschartiger Exposition. Dagegen, während der Sequenzen des Miteinanders von Orchester und Solistin, herrschen leichte, geradezu spielerische Melodien vor. Beide gestalterischen Prinzipien stehen sich, scheinbar im Widerspruch zueinander, gegenüber.
Der zweite Satz trägt den Titel Romanze. Dank ihres großen dunklen, warmen Tons gelang es Sabine Grofmeier auf wunderbare Art und Weise, Romantik in den Konzertsaal zu zaubern. Es handelt sich dabei nicht um den populären Romanzenton, wie man ihn aus Mozartwerken kennt, sondern eher um eine Art Vorläufer des Freischütz, Carl Maria von Webers eigene Welt der Romantik. Der Schluss dieses Satzes hat viel von dem Schluss einer Oper, mit einer rezitativischen Kadenz der Klarinette, gefolgt von einer Reprise des Satzbeginns.
Im dritten Satz, der Polacca, brillierte die Soloklarinettistin während des wirkungsvoll variierten und virtuos umspielten Satzes, dass es den Zuhörern den Atem raubte. Dieses Finale besteht, musiktechnisch, aus Sonatensatz und Rondoform. Dem Zuhörer erscheint er als ein stilisierter Tanzsatz mit ritterlichem Element im Thema.
Im gesamten Werk steht die Klangvariabilität und die Virtuosität der Klarinette und seiner Spielerin im Vordergrund. Hatte Weber Herrn Bärmann bescheinigt, dass er "göttlich geblasen" habe, so würde der Komponist Sabine Grofmeier mindestens das gleiche zugestehen.
Frau Grofmeier bewies Weltklasse mit ihrer Darbietung, die den Höhepunkt des Abends bildete und das Konzert der Philharmonie in den Hintergrund treten ließ.
In der Pause und nach der Vorstellung signierte die Künstlerin unzählige ihrer CD-Einlagen, die die Zuschauer erwarben.
