Klarinettistin Sabine Grofmeier

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Klarinettistin Sabine Grofmeier

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Romantik mit viel Gefühl und Brillanz

Romantik mit viel Gefühl und Brillanz
Schon in den Schumann-Romanzen überzeugten die einfühlsame Wiedergabe und das ausgewogene Zusammenspiel des Duos. Sabine Grofmeier spielte mit lebendigem Atem und seelenvoller Dynamik.

Feine Nuancen und Klangschattierungen gaben ihrem Vortrag eine zwingende Gestalt und nie nachlassende Spannung. Der Radius ihrer Klarinettentöne war höchst vielfältig und damit ideal zur fesselnden musikalischen „Erzählung“ ihrer Klarinettenmärchen [...] Sein Duo op. 15 (Norbert Burgmüller) ist ein sehr empfindsames, fast schon melancholisch umflortes Stück, das in der Wiedergabe der beiden Musikerinnen berührende Wirkung machte. Ausladend in Gestus und Ausdruck sind die drei Fantasiestücke op. 19 von August H. Winding, die mit entsprechend leidenschaftlichem Zugriff entfaltet wurden [...] Der zweite Konzertteil war durch virtuose Brillanz ausgezeichnet. In den Silvana-Variationen von Weber bewies die Klarinettistin ihre technische Meisterschaft ebenso wie im abschließenden Duo Brillant op. 130 von Carl G. Reissiger. Sehr gelungen war die Differenzierung der unterschiedlichen Satzcharaktere in den Variationen, überaus mitreißend der Elan im tänzerischen Charakter des brillanten Duetts ...

Die Klarinette ist das Instrument der Romantik - und entsprechend groß ist das Repertoire für dieses Instrument, das von allen gängigen Orchesterinstrumenten ja das mit Abstand jüngste ist. Sein weicher, geschmeidig zu modellierenden Ton, seine große dynamische Bandbreite, seine Fähigkeit zu beseeltem Spiel haben es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts so beliebt gemacht. Und just die beschriebenen Ausdrucksdimensionen zeichnen auch das Spiel von Sabine Grofmeier aus.

Das zweite Konzert einer neuen Reihe im stilvollen und intimen Rahmen der Villa Ludwigsstift in Burrweiler stand im Zeichen der musikalischen Romantik in Gestalt eines Duoprogramms für Klarinette und Klavier mit der jungen, viel versprechenden Klarinettistin Sabine Grofmeier und der nicht minder virtuosen vietnamesischen Pianistin Tra Nguyen.

Die ehemalige Stipendiatin der Villa Musica und auch sonst sehr erfolgreiche Virtuosin stellte in Burrweiler das Programm ihrer vor wenigen Wochen aufgenommenen und pressfrisch vorliegenden CD mit dem Titel "Klarinettenmärchen" vor. Es bringt neben den drei gerne gespielten drei Romanzen op. 94 von Robert Schumann und den Variationen op. 33 von Carl Maria von Weber ausschließlich Raritäten mit aparten Kompositionen heute wenig oder kaum bekannter Meister. Sabine Grofmeier macht dabei aber mit überaus reizvoller und hörenswerter Musik bekannt, die das Ausdruckspotential des Instruments sehr effektiv ausnutzt.

Sehr schlüssig war das Programm konzipiert, das im ersten Teil den gefühlvoll märchenhaften und fantastischen Seiten romantischer Klarinettenmusik gewidmet war. Schon in den Schumann-Romanzen überzeugten die einfühlsame Wiedergabe und das ausgewogene Zusammenspiel des Duos. Sabine Grofmeier spielte mit lebendigem Atem und seelenvoller Dynamik. Feine Nuancen und Klangschattierungen gaben ihrem Vortrag eine zwingende Gestalt und nie nachlassende Spannung. Der Radius ihrer Klarinettentöne war höchst vielfältig und damit ideal zur fesselnden musikalischen „Erzählung“ ihrer Klarinettenmärchen.

Wie Schumann, so wurde auch Norbert Burgmüller 1810 geboren. Doch schon mit 26 Jahren starb der verheißungsvolle Komponist. Sein Duo op. 15 ist ein sehr empfindsames, fast schon melancholisch umflortes Stück, das in der Wiedergabe der beiden Musikerinnen berührende Wirkung machte. Ausladend in Gestus und Ausdruck sind die drei Fantasiestücke op. 19 von August H. Winding, die mit entsprechend leidenschaftlichem Zugriff entfaltet wurden.

Der zweite Konzertteil war durch virtuose Brillanz ausgezeichnet. In den Silvana-Variationen von Weber bewies die Klarinettistin ihre technische Meisterschaft ebenso wie imabschließenden Duo Brillant op. 130 von Carl G. Reissiger. Sehr gelungen war die Differenzierung der unterschiedlichen Satzcharaktere in den Variationen, überaus mitreißend der Elan im tänzerischen Charakter des brillanten Duetts.

Tra Nguyen, die stets mehr als nur Begleiterin war, vielmehr mit ausgefeiltem und schillerndem Klavierspiel ihren prägenden Teil am großartigen kammermusikalischen Dialog hatte, begeisterte als Solistin in den „Reminiscenses de Lucia di Lammermoor“ von Franz Liszt.

Als Zugabe ein witziges Stück des von 1847 bis 1921 lebenden Komponisten Adolf Schreiner mit dem Titel "Immer kleiner". Immer kleiner wird hier das Instrument, bis nur noch das Mundstück übrig bleibt. Sabine Grofmeier, die ihr Konzert charmant moderierte, und Tra Nguyen machten daraus einen höchst vergnüglichen musikalischen Spaß.

Die neue CD der beiden Musikerinnen bringt neben dem in Burrweiler so gewinnend musizierten Programm noch Introduktion ed Allegro appassionato op. 256 von Carl Reinecke und ein Adagio von Heinrich Joseph Baermann (Ars produktion Schumacher 38077). Eine erste CD von Sabine Grofmeier und Tra Nguyen (www.classic-clips.de) war neben romantischen Stücken von Schumann und Weber auch Werken des 20. Jahrhunderts von Ilse Fromm-Michaels, Alban Berg und Olivier Messiaen gewidmet. Weitere Infos auch unter www.sabinegrofmeier.de. (rg)


(Rheinpfalz-Zeitung)
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