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Klarinettistin Sabine Grofmeier
Kammermusik in der "Kleinen Reihe Klassik"
Die Klarinettistin Sabine Grofmeier und der lettische Cellist Ramon Jaffá haben sich als hochkarätige und vielfach ausgezeichnete Solisten auf den europäischen Bühnen mit bekannten Orchestern bereits einen Namen gemacht. "Unsere Liebe gehört den genialen abendländischen Soli innerhalb der Orchestermusik, unsere Leidenschaft aber der Kammermusik" sind sich beide einig und so spielen sie oft in kleinen unterschiedlichen Ensembles des Genres. Seit einiger Zeit auch in dieser ungewöhnlichen aber melodisch reizvollen Form als Duo Klarinette und Cello. Die Programmfolge zog einen Bogen von der Klassik über jazzigen Swing, einige der weltbesten Songs bis zum Tango Nuevo. Der souveräne Umgang in entwaffnender Leichtigkeit und spielerischer Virtuosität mit den stilistisch vielschichtigen Kompositionen in einem breiten Klangregister faszinierte die gebannt lauschenden Zuhörer. Gleich zu Anfang in der Bearbeitung von Beethovens Duett Nr. drei für Klarinette und Violoncello - ursprünglich komponiert für Klarinette und Fagott - zeigte sich ein betörender Wohlklang von Saiten- und Blasinstrument, bestechend die fingerfertige Brillanz der Klarinettistin und der sonore Klang des Cellos. Auf seinem edlen Instrument von 1745 aus der venezianischen Schule gestaltete Jaffé die Suite für Violoncello Solo Nr. 3 von Bach zum Glanzlicht. In den sechs Sätzen dominierten Spielfreude und tänzerische Bewegung in der konzertanten Weite des C-Dur-Raumes und in herrlichen weit ausholenden Arpeggien, kadenzierenden Akkorden und Trillerfiguren mit grandiosen virtuosen Effekten in farbreichen gegensätzlich sonoren leisen oder expressiv schillernden Klangmodulationen. In einer traumhaft schönen Intonation des Songs "Summertime" aus "Porgy and Bess" von Gershwin fiel die vitale Musikalität und Souveränität, das nuancierte Feingefühl für die unterschiedlichen Effekte der Klarinettistin auf, der die Fachwelt wahre Elogen singt. Astor Piazollas berühmte Tangos "Oblivion" und "Libertango" wurden ebenso zum harmonischen Paarlauf beider Instrumente wie Mancinis Welthit "Moon River." Dem furiosen Finale des flirrend surrenden "Hummelflug" von Rimsky-Korsakoff folgten lange Ovationen und zwei Zugaben.
