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Klarinettistin Sabine Grofmeier
Ein Duo für alle Fälle
Mit einem facettenreichen Programm stellten sich Sabine Grofmeier (Klarinette) und Emanuela Simeonova (Violoncello) bei einer Matinée im Klingenmuseum vor. ...
Die beiden Musikerinnen begannen im wahrsten Sinne ganz klassisch. Beethovens Duett Nr. 1 für Klarinette und Violoncello WoO 27 entwickelte sich aus einem heiteren Allegro commodo zu einem an Trillern reichen, melancholischen Larghetto sostenuto bis hinein in ein kraftvolles und schnelles Rondo. Gerade hier spürte man die Professionalität Grofmeiers Klarinettenspiel. Mühelos schuf sie weiche Übergänge von aufregend drängender Rhythmik zu Passagen, die in zarter Melancholie versanken.
Routiniertes Wechselspiel – Zu George Gershwins Jazzstandard "Summertime" ist es ein gewaltiger zeitlicher und stilistischer Sprung. Aber nonchalant überbürckten Grofmeier und Simeonova diese Distanz. Summertime machte Lust. Das satte Pizzicato des Cellos ergänzte sich herausragend gut mit dem lässigen Stil Grofmeiers. Den spannenden Jazz im Ohr mochte man gar nicht glauben, dass das Duo in ebenso überzeugender Weise auch ernste Musik spielt.
Bekam der Zuhörer schon während Summertime eine Ahnung von der Perfektion des Zusammenspiels, so musste sich diese Ahnung bei Nikolai Rimsky-Korsakows "Hummelflug" in feste Überzeugung verweandeln. Zwar übernahm die Stimme des quirlig umhersurrenden Insekts sowohl das Cello als auch die Klarinette, doch das routinierte Wechselspiel vereinte das reibende Cello mit der sprudelnden Klarinette so sehr, dass die eine Hummelstimme hörbar war – als Symbiose zweier Instrumente.
Auch solo ein Genuss – Die beiden "femmes fantastiques" wirken jedoch nicht nur im Doppelpack. Beide verfügen auch über hervorragende solistische Qualitäten. Stellte Grofmeier die Spannbreite ihres Instruments, der Klarinette, in den "Stimmungen eines Fauns" vor, begeisterte Emanuela Simeonova mit dem Werk "Fantastia für Violoncello solo" des modernen bulgarischen Komponisten Peter Hristoskov. Mit der ungwöhnlichen Harmonie des Stücks, seinen melodischen Entstellungen, seinen exzessive reibendem Spiel und einem starken Kontrast zu war und satt singenden Passagen drückte Simeonovas meisterhafte Interpretation Spannung, Gefühl und technische Perfektion aus.
Vielseitiges Können – "Les femmes fantastiques" – ein Name, aus dem ein Anspruch erwächst. Und diesem Anspruch wurde das Duo völlig gerecht. Ihr Können, ihre Vielseitigkeit, ihre Lust am Spiel – all das hat das Attribut "fantastique" verdient.
